
Der nach einem Entwurf des Münchner Architekturbüros Stephan Braunfels Architekten gestaltete rötliche Quader wird alle vorhandenen Altbauten überragen und soll dem seit 1870 vorwiegend militärisch genutzten Gelände ein neues Gesicht geben. Planerisch ist dieser Bau für das Gesamtprojekt von großer Bedeutung, da er das verbindende Element zwischen den verschiedenen Funktionsbereichen des Bundesarchivs darstellt. In einem der angrenzenden gläsernen Verbindungsgebäude wird sich zukünftig auch der neue, repräsentative Haupteingang des Bundesarchivs befinden.
Der Neubau soll den Archivalien und Büchern – insgesamt rund 110.000 laufende Meter – optimale Aufbewahrungsbedingungen bieten. Dabei spielt vor allem die Lagerung bei konstanten klimatischen Verhältnissen eine wichtige Rolle. Dies soll ausschließlich durch eine intelligente bauphysikalische Konstruktion des Gebäudes erreicht werden und nicht durch den Betrieb teurer, ökologisch bedenklicher Klimaanlagen.
Nach Fertigstellung des rund 42 Millionen Euro teuren Magazinneubaus sollen in einem zweiten Bauabschnitt zwei denkmalgeschützte Kasernengebäude umgebaut werden. Dort werden das neue Benutzerzentrum und die Verwaltung des Bundesarchivs eingerichtet.
Für die Sanierung und den Umbau der denkmalgeschützten Kasernengebäude hatte sich in einer europaweiten Ausschreibung das Architekturbüro Rainer Schlenkhoff aus Berlin durchgesetzt.
Die Projektplattform think project! unterstützt den Bauherrn BBR vor allem bei der Koordination seiner zahlreichen planenden und ausführenden Nachunternehmer. Aufbauend auf den Erfahrungen aus 20 weiteren Projekten, wie z. B. das Bundeswehrkrankenhaus, das Robert-Koch-Institut oder das Bundesministerium für Gesundheit, Landwirtschaft und Verbraucherschutz in Berlin, wurde für das BBR eine Standardkonfiguration von think project! definiert. Diese wurde in Absprache mit dem für den Magazinneubau verantwortlichen Projektsteuerer eins bis neun architekten ingenieure aus Berlin speziell für das Projekt angepasst und weiterentwickelt. Neben Planmanagement und Berichtswesen liegt ein besonderer Schwerpunkt auf der Verteilung und Dokumentation des Schriftverkehrs.