
Bereits zum fünften Mal folgten Entscheider und Projektverantwortliche aus der Bau- und Immobilienbranche der Einladung von baulogis zur Veranstaltungsreihe „Fachforum“. In diesem Jahr boten die Räumlichkeiten der „Deutschen Nationalbibliothek“ in Frankfurt ausreichend Möglichkeit zum Networken sowie zum Erfahrungsaustausch. Das Thema des Branchentreffs lautete: „Eine Plattform für alle Projektanforderungen“. Referenten vom Bundesamt für Bauwesen und Raumordung, Klebl Baulogistik sowie von Vattenfall Europe Generation zeigten auf, welche Gründe dafür sprechen, eine internetbasierte Projektplattform einzusetzen und welche Ziele damit erreicht werden können.
„Sicherung der Daten- und Informationshoheit mit Hilfe einer Projektplattform“ war Thema der Referenten Ines Stürmer, Referat IT-Bau, und Lothar Fehn Krestas, Referatsleiter, Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung, kurz BBR. Als Bauherrenvertreter bei der Projektorganisation setzt das BBR bei einer Vielzahl von Bundesbauten im In- und Ausland auf den Einsatz einer zentralen Projektplattform. Im Gegensatz zu einer hausinternen Lösung sei diese wirtschaftlicher und die Erfahrung und das Know-how in diesem Bereich seien bei einem Spezialanbieter größer, erklärte Ines Stürmer. Eine wichtige Voraussetzung für das BBR sei gewesen, dass man interne Prozesse auf einer Plattform abbilden und diese nach individuellen Vorgaben anpassen könne. Der Dokumentationspflicht am Ende einer Baumaßnahme für den Gebäudebetrieb sowie der Archivierung von Daten zur langfristigen Betreuung von Nutzern und Liegenschaften könne mit der Dokumentenverwaltung über eine Projektplattform Folge geleistet werden, so Lothar Fehn Krestas.
Im zweiten Vortrag des Tages beleuchtete Wolfgang Kelch, Geschäftsführer Klebl Baulogistik, den durchgängigen Einsatz einer Projektplattform bei Planung, Fertigung und Ausführung in einem Bauunternehmen und stellte neue Ideen für einen Einsatz vor. Mit think project! konnten gewünschte Vorgaben wie eine verbesserte Nachvollziehbarkeit, das Vermeiden von Datenredundanzen sowie eine Steigerung der Prozessqualität und –geschwindigkeit erreicht werden. Zukünftig werde es zudem immer wichtiger werden, dass Projektplattformen problemlos über eine Schnittstelle mit anderen unternehmensinternen Softwareprodukten verbunden werden können, betonte Wolfgang Kelch.
Wie think project! die Projektorganisation im Kraftwerksneubau beim Energieunternehmen Vattenfall unterstützen kann, erklärte Thomas Freund, Projektraumadministrator, Vattenfall Europe Generation. Das Ziel sei gewesen, eine Plattform einzusetzen, um Prozesse und Workflows abbilden und optimieren zu können. Gleichzeitig suchte man ein System, das die individuellen Anforderungen im Kraftwerksneubau flexibel umsetzen könne. Dabei sollte die Software den Prozessen von Vattenfall folgen und nicht umgekehrt, erläuterte Thomas Freund in seinem Vortrag. Derzeit würden eine Reihe von Dokumentarten wie Pläne, Richtlinien, technische Änderungen oder Verträge über die Plattform verwaltet. Gleichzeitig würden bei Vattenfall aber auch Prozesse wie Statusverfolgungen von Dokumenten abgebildet.
Der Moderator der Veranstaltung Prof. Rasso Steinmann, Institut für angewandte Bauinformatik München, führte im Anschluss an die Vorträge durch eine Podiumsdiskussion. Neben den Referenten zählten Michael Scheider, Techdata Projektsteuerung und Projektmanagement im Bauwesen, und Olaf Karl Radtke, Messe Frankfurt Venue, zu den Teilnehmern der Diskussionsrunde. Ein wichtiger Punkt in dem Expertengespräch war wiederum der Standpunkt, dass die Software sich an bestehende Prozesse anpassen muss und nicht umgekehrt. Auch die Frage, wie man Projektabläufe optimieren kann und wie eine Projektplattform dabei unterstützen kann sowie der Wunsch nach einer stärkeren Integration von anderen Softwareprodukten waren zentrale Themen.
Parallel zum Lunch hatten die Teilnehmer erstmals die Möglichkeit zu verschiedenen Schwerpunktthemen wie „Einführung einer Projektplattform“ oder „Ausschreibungsmanagement“ an Infoständen mit think project! Spezialisten in Dialog zu treten.
Im letzen Vortrag des Tages zum think project! Masterplan gewährten Thomas Bachmaier, Geschäftsführer baulogis, und Jochen Maurer, Leiter think project! Produktmanagement, einen Ausblick wohin Projektplattformen sich entwickeln werden.
Die wichtigsten Trends seien eine zunehmende Verlagerung von Projektaufgaben ins Internet, d.h. eine Etablierung von Cloud-Computing in diesem Bereich, eine stärkere Vernetzung von Projektplattformen mit internen Unternehmenslösungen oder anderen Softwareprodukten, eine detailliertere Abbildung von Prozessen, die Integration von Fremdservices wie beispielsweise Adobe Services oder von Modelldaten (BIM), so die Referenten.
Insgesamt bot die Veranstaltung wieder Raum für zahlreiche persönliche Gespräche mit den think project! Ansprechpartnern und zum Erfahrungsaustausch mit den anderen Teilnehmern. Die Frage, ob die Software den Prozessen folgen soll oder umgekehrt und die Integration von anderen Softwareprodukten stellten sich als wichtige Themen der Veranstaltung heraus.